- Dr.phil.nat., Dr.-Ing.E.h. Lothar Rohde -



Ausgewählte Ehrungen:

  • 1953 Ehrendoktorwürde der Technischen Universität München
  • 1967 der große Bundesverdienstorden der Bundesrepublik Deutschland
  • 1968 Oskar-von-Miller-Medaille des Deutschen Museums
  • 1971 Goldmedaille "München leuchtet - Den Freunden Münchens'
  • 1976 höchste österreichische Zivilorden, das große goldene Ehrenzeichen
  • 1982 Staatsmedaille für besondere Verdienste um die bayerische Wirtschaft
  • 1982 Morris E. Leeds Award des IEEE
  • 1984 Bayerischen Maximiliansordens für Wissenschaft und Kunst
  • 1984 Ehrenmitglied der Bayrischen Akademie der Wissenschaft
  • 2006 Technischen Universität München würdigt Lothar Rohdes 100. Geburtstag mit der Einweihung des Lothar-Rohde-Hörsaals


Lothar Rohde wurde im Jahr 1906 als Sohn des Chemikers Dr. phil. nat. Albert Rohde und Sibille Rohde (geb. Kahn) geboren. Nach dem Abitur an einem Leverkusener Gymnasium trat er zunächst das Physikstudium in Köln an. Anschließend studierte er in Jena, wo er 1931 mit 25 Jahren zum Dr. phil. nat. promivierte.

Nach einer Tätigkeit bei Siemens & Halske und bei AEG entschloss sich Lothar Rohde 1933 mit seinem Studienfreund Dr. Hermann Schwarz das physikalisch-technische Entwicklungslabor Dr. L. Rohde & Dr. H. Schwarz (PTE) zu gründen. Das anfänglich aus einer Wohnung in der Münchener Thierschstraße betriebene Labor konnte in den ersten Jahren mehrere Erfolge verbuchen und hatte bereits nach 6 Jahren 100 Mitarbeiter.

Während des II. Weltkrieges wurde Lothar Rohde im KZ Dachau inhaftiert. 1945 konnte er sich auf abenteuerliche Weise befreien. Seine Zelle in Dachau kann heute noch besichtigt werden.

Nachdem 1945 die Geschäftsaktivitäten wieder aufgenommen wurden erteilte die US-Army einen Großauftrag, der den Fortbestand der Firma sicherte. Im gleichen Jahr wurde die Firma in Rohde & Schwarz (R&S) umbenannt. Lothar Rohde gehörte 1948 zu den Gründern des Export-Clubs Bayern, dem er als erster Präsident 30 Jahre lang vorstand. Vor dem Zeitalter des freien Handels war der Export-Club Bayern Deutschlands wichtigste internationale Handelsorganisation. Er war Mitbegründer des Zentralverbandes der Elektrotechnischen Industrie (ZVEI) und der deutschen Sektion des Instituts of Electrical and Electronics Engineers (IEEE). Seit 1952 gehörte Lothar Rohde dem Beirat der Deutschen Bank an, 1972 übernahm er dessen Vorsitz.

Zahlreiche Patente und Veröffentlichungen zeugen von Lothar Rohdes naturwissenschaftlichen Genius. Was andere in der Anfangszeit der Elektronik noch nicht einmal zu denken wagten, setzte er in die Tat um. Lothar Rohde ist unter anderem Erfinder der ersten tragbaren Quarzuhr, der ersten UKW-Sendestation Europas, des ersten serienreifen UKW-Radiogeräts und der ersten automatischen Wettersatellitenempfangsstation der Welt.

Die von Lothar Rohde gegründete Firma Rohde & Schwarz ist heute ein führender internationaler Elektronikkonzern und Weltmarktführer im Bereich Mobilfunk- und EMV-Messtechnik mit ca. 10.000 Mitarbeitern. (rohde-schwarz.de)

Seine größten Hobbies waren der Amateurfunk, das Segeln mit seiner Familie, das Klavierspielen mit den besten Musikern seiner Zeit und das Skifahren in der Schweiz. Dr. Hermann Schwarz, Prof. Dr. Rolf Rodenstock und Burkhard Nadolny zählten zu seinen engsten Freunden.

Lothar Rohde hinterließ eine Tochter, Eugénie und einen Sohn, Ulrich - beide Mitinhaber der Firma Rohde & Schwarz.

1983 antwortete Lothar Rohde der Presse: „Ich habe eigentlich im Leben niemals für Geld gearbeitet, sondern immer nur für die Sache, die mir Spass gemacht hat; Geld war dabei nur eine notwendige Randerscheinung!“